Der Einsatz von Design Thinking bei Web-Experimenten

Dieser Artikel richtet sich an Strategen für A/B-Tests.

In der dynamischen Welt der Web-Experimente tauchen Marketingteams häufig tief in die Datenanalyse ein. Dieses tiefgründige Arbeiten mit quantitativen Daten ist zweifellos von hoher Bedeutung, da die dabei gewonnenen Erkenntnisse Aufschluss über das “Was” der Nutzeraktionen geben. Aber der Haken an der Sache ist, dass diese Erkenntnisse nur die halbe Wahrheit erzählen. Diese Metriken zeigen uns zwar, was die Nutzer tun, aber sie greifen zu kurz, wenn es darum geht, das entscheidende “Warum” hinter diesen Handlungen aufzudecken. Wenn wir uns ausschließlich auf diese Daten verlassen, kann dies zu verzerrten Problemaussagen, Hypothesen und Lösungen führen. Das liegt daran, dass wir unsere eigenen Annahmen einbringen, was wiederum dazu führt, dass wir das Wesen der Nutzererfahrung nicht vollständig erfassen.

Was passiert, wenn wir unseren Fokus auf einen nutzerzentrierten Ansatz bei Web-Experimenten verlagern? Eine solche Veränderung bedeutet, dass wir mehr Wert darauf legen, die Bedürfnisse unserer Nutzer zu verstehen, uns in sie hineinzuversetzen und ihre Erwartungen schlussendlich umsetzen. Dieser Ansatz kann zu besseren Nutzererfahrungen führen, die für das Erreichen von Geschäftszielen entscheidend sind. Die Schlüsselfrage ist, wie man diese nutzerorientierte Perspektive effektiv in die Praxis integrieren kann. Hier kommt Design Thinking ins Spiel und bietet eine erfolgversprechende Möglichkeit, diesen Übergang nahtlos zu bewältigen.

Inhalt

Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist ein Problemlösungsansatz, der in verschiedenen Bereichen, einschließlich Wirtschaft, Technik und Design, weit verbreitet ist. Diese innovative Methode konzentriert sich auf Strategien, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen, und auf eine Denkweise basierend auf kreativen Lösungen ausgerichtet ist. Es handelt sich um einen nicht-linearen, iterativen Prozess, der es Teams ermöglicht, ein tiefes Verständnis für das Verhalten von Nutzern zu entwickeln, bestehende Annahmen zu hinterfragen, Probleme neu zu definieren und moderne Lösungen durch Prototyping und Tests zu entwickeln.

Dieser Ansatz wird oft mit Produktdesign und Innovation in Verbindung gebracht, ist aber darüber hinaus eine vielseitige Denkweise, die auf verschiedene Aspekte der Wirtschaft und des Lebens anwendbar ist. Design Thinking stützt sich auf kleine multidisziplinäre Teams von etwa sechs Personen. Die Zusammenstellung einer so facettenreichen Gruppe zur Bewältigung von Herausforderungen mit dieser Methodik gewährleistet eine vielfältige Mischung von Erfahrungswerten sowie Perspektiven und fördert die Fähigkeit, Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Die fünf Phasen des Design Thinking

Design Thinking gliedert sich in fünf verschiedene Phasen: Empathie-Entwicklung, Definition, Ideenfindung, Prototyping und Testen. Dieser Prozess ist nicht zwangsläufig linear; er beinhaltet oft Iterationen und das mehrmalige Durchlaufen der Phasen, während Erkenntnisse gewonnen und Lösungen verfeinert werden. Jede Phase spielt eine entscheidende Rolle. So wird sichergestellt, dass das Endprodukt nicht nur die richtigen Probleme löst, sondern auch ein nahtloses und ansprechendes Benutzererlebnis bietet. Lassen Sie uns jede dieser Phasen im Detail untersuchen, um zu verstehen, wie sie zusammen einen leistungsstarken Ansatz für Web-Experimente bilden.

  1. Empathie-Entwicklung: In der ersten Phase, dem Hineinversetzen, geht es darum, die Bedürfnisse, Wünsche und Ziele der Nutzer zu verstehen. Diese Phase ist von entscheidender Bedeutung, um Erkenntnisse über die Vorgehensweise der Nutzer zu gewinnen und Einblicke in das Verhalten, die Vorlieben und die Herausforderungen der Nutzer zu erhalten. Methoden wie Nutzerinterviews, Umfragen und Beobachtungen sind in dieser Phase von zentraler Bedeutung. Empathie ermöglicht es Designern, sich in die Lage der Nutzer zu versetzen, was zu effektiveren und maßgeschneiderten Web-Lösungen führt.
  2. Problemdefinition: In der Definitionsphase werden die Erkenntnisse aus der Empathie-Phase in eine klare Problemstellung übersetzt. Dies ist von entscheidender Bedeutung für die Ausrichtung der Schwerpunkte und Ziele des Teams. Durch eine klare Definition des Problems können Web-Teams Strategien entwickeln, die speziell auf die Kernbedürfnisse der Benutzer eingehen, anstatt Annahmen zu treffen oder Trends zu folgen.
  3. Ideenfindung: Die Ideenfindung ist die Brainstorming-Phase, in der Kreativität gefragt ist. Teams entwickeln hier ein breites Spektrum an Ideen und Lösungen, wobei Vorurteile infrage gestellt und neue Möglichkeiten auslotet werden. Techniken wie Mindmapping, Skizzen und Brainstorming-Sitzungen sind üblich. Das Ziel ist es, innovatives Denken zu fördern, das über konventionelle Lösungen hinausgeht.
  4. Prototyping: Beim Prototyping geht es darum, Ideen in greifbare Lösungen zu verwandeln. In dieser Phase werden Modelle der vorgeschlagenen Web-Designs erstellt. Die Prototypen können von einfachen Skizzen bis hin zu interaktiven digitalen Modellen reichen. Das Wichtigste ist, eine Darstellung zu erstellen, die getestet und immer wieder verändert werden kann.
  5. Testen: Beim Testen wird der Prototyp bewertet. In dieser Phase werden Benutzertests durchgeführt, um Feedback und Erkenntnisse zu sammeln. Es handelt sich hierbei um einen iterativen Prozess, bei dem das Design auf der Grundlage echter Nutzererfahrungen verfeinert wird. Durch die Tests kann sichergestellt werden, dass das endgültige Webdesign nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch funktionell und benutzerfreundlich ist.

Zusammengefasst bilden die fünf Phasen des Design Thinking – Empathie-Entwicklung, Problemdefinition, Ideenfindung, Prototyping und Testen – einen umfassenden Rahmen, der die Entwicklung von nutzerzentrierten Lösungen leitet. Wenn Sie jede dieser Phasen verstehen und anwenden, können Sie effektivere, intuitivere und ansprechendere Erfahrungen für Ihre Benutzer schaffen. Jetzt, da wir vom theoretischen Teil des Design Thinking zur praktischen Anwendung übergehen, wollen wir untersuchen, wie diese Prinzipien speziell für Web-Experimente genutzt werden können.

Anwendung der Design-Thinking-Prinzipien auf Web-Experimente

Stellen Sie sich vor, Sie könnten die Prinzipien des Design Thinking nahtlos in Ihre Web-Experimente integrieren. Das ist keine weit hergeholte Idee – tatsächlich sind Sie schon fast am Ziel. Sowohl Design Thinking als auch Web-Experimente folgen einem grundlegenden zyklischen Prozess. Das Verständnis der fünf Schritte von Conversion-Rate-Optimierung (CRO) – Forschung und Analyse, Hypothesenbildung, Ideenfindung, Testen sowie Überprüfung und Umsetzung – ermöglicht eine nahtlose Integration von Design Thinking. Dieser Ansatz stimmt nicht nur mit dem Zyklus für Web-Experimente überein, sondern erweitert ihn auch um einen auf einen nutzerzentrierten Fokus.

Im Folgenden finden Sie einige Tipps, die Ihnen den Einstieg in Design Thinking erleichtern.

  1. Versetzen Sie sich in die Perspektive Ihrer Benutzer: Empathie ist nicht irgendein trendiger Begriff, sondern Ihre Geheimwaffe! Wenn Sie Empathie in der Forschungs- und Analysephase Ihrer Web-Experimente anwenden, wird Ihr Team in der Lage sein, die Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Nutzer tiefgreifend zu verstehen. Sie können einen Empathie-Workshop mit Ihrem Team veranstalten, um Nutzer-Personas zu erstellen, Online-Communities zu beobachten und mit ihnen zu interagieren oder Nutzerinterviews durchzuführen. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass Ihre Lösungsansätze innerhalb Ihrer Web-Experimente wirklich nutzerzentriert sind.
  2. Hinterfragen Sie Ihre Annahmen: In der Phase der Hypothesengenerierung bei Web-Experimenten können Annahmen ein zweischneidiges Schwert sein. Daher ist es unerlässlich, dass sie Ihre Hypothese hinterfragen und überarbeiten. Betrachten Sie ihre Annahmen daher erneut aus der Design-Thinking-Perspektive und fragen Sie sich: Basieren Ihre Hypothesen wirklich auf einer Mischung aus quantitativen und qualitativen Erkenntnissen? Sprechen Sie den Trigger-Punkt oder den Wunsch eines Nutzers an?
  3. Fördern Sie kollaborative Innovation: Ihr Team ist buchstäblich eine wertvolle Quelle für unterschiedliche Perspektiven – nutzen Sie sie. Bringen Sie Ihre Entwickler, Designer und andere wichtige Mitglieder zu einer Brainstorming-Sitzung zusammen. Der Schwerpunkt der Brainstorming-Sitzung mit Ihrem multidisziplinären Team könnte auf der Erstellung von Nutzer-Personas, der Erstellung von Hypothesen oder der Generierung neuer Ideen durch Brainstorming liegen.
  4. Planen Sie Sitzungen für die Ideen-Entwicklung: Innovationen im Bereich Web-Experimente entstehen durch kreative Problemlösungen. Daher sollten Sie regelmäßige Ideen-Sitzungen organisieren und dabei verschiedene Techniken wie Mind-Mapping oder Skizzen verwenden, um die Kreativität zu fördern. Die Synergie der verschiedenen Standpunkte in diesen Sitzungen kann zu bahnbrechenden Ideen führen, die Ihre Bemühungen im Bereich der Web-Experimente revolutionieren könnten. Während der Ideenfindung ist es wichtig, sich auf das Brainstorming einer Hypothese nach der anderen zu konzentrieren. Dieses Fokussieren hilft Ihnen, so viele Ideen wie möglich für eine bestimmte Herausforderung zu entwickeln.
  5. Setzen Sie auf Rapid Digital oder Analog Prototyping: Rapid Prototyping ist eine wichtige Komponente des Design Thinking. Nutzen Sie in der Ideenfindungsphase Ihrer Web-Experimente die Gelegenheit, Ihren Werkzeugkasten über digitale Tools wie Miro und Figma hinaus zu erweitern und analoge Methoden wie Stift und Papier oder Bausteine wie Lego einzubeziehen. Diese praktischen Techniken können zu einzigartigen kreativen Einsichten führen und Ihrem Prozess Tiefe und eine neue Dimension verleihen.
  6. Erweitern Sie Ihr Testen, um sowohl das “Was” als auch das “Warum” einzubeziehen: Ein entscheidender Vorteil von Web-Experimenten liegt in der Möglichkeit, durch A/B-Tests neue Ideen direkt in einer Live-Umgebung durchzuführen. Eine solche Testmethodik beschleunigt die Gewinnung von Erkenntnissen, indem sie es Ihnen ermöglicht, Verhaltensunterschiede zwischen dem ursprünglichen Setup und der modifizierten Variante schnell zu erkennen.

Um Ihr Verständnis zu vertiefen und den Wert Ihrer Erkenntnisse zu erhöhen, sollten Sie Nutzerinterviews in Ihren Testprozess zu integrieren. Dadurch erhalten Sie wertvolle Einblicke in die Gründe für das in den Varianten beobachtete Nutzerverhalten. Auf diese Weise können Sie nicht nur beobachten, welche Veränderungen auftreten, sondern auch ein tieferes Verständnis dafür gewinnen, warum sie auftreten. So verbessern Sie die Effektivität der Strategien Ihrer Web-Experimente maßgeblich.

Fazit

Die Integration von Design Thinking in den Prozess Ihrer Web-Experimente ist mehr als nur ein Schritt nach vorn; es ist eine intelligente und zugleich erfolgversprechende Strategie. Dieser Ansatz stellt Innovation und Nutzerbedürfnisse in den Mittelpunkt und verändert die Art und Weise, wie Sie mit Herausforderungen umgehen und Ergebnisse erzielen. Lassen Sie sich auf diese Reise ein und seien Sie unvoreingenommen. Sie werden die positiven Auswirkungen des nutzerzentrierten Designs auf die Methoden und Ergebnisse ihrer Web-Experimente definitiv erkennen. Es geht hierbei nicht nur um unmittelbare Gewinne, sondern darum, Ihre Praktiken so weiterzuentwickeln, dass Sie auch zukünftig bessere Erfahrungen und Lösungen liefern.

Marinell Falcón

Marinell Falcón ist Berater bei Up Reply und hat sich auf Personalisierung und Experimente spezialisiert. Mit ihrer umfassenden Expertise in Design Thinking und Content Strategy gestaltet sie digitale Erfahrungen für Kunden, um Engagement und Wachstum zu fördern. In diesem Blog wird Marinell Einblicke in Design Thinking-Strategien und praktische Umsetzungstaktiken geben.

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